Das Cheetah Outreach – Gepardenprojekt Südafrika

Auf meiner Reise durch Südafrika habe ich leider keinen freilebenden Geparden gesehen. Daher habe ich mir vor Ort das Cheetah Outreach – Gepardenprojekt in der Nähe von Kapstadt angesehen.

Geparden – Vom Aussterben bedroht

Der Gepard ist mit über 90 km/h, das schnellste Raubtier Afrikas.

Eine solch hohe Geschwindigkeit erreicht der Gepard meist jedoch nur auf der Jagd für wenige Sekunden. Jagen können sie wirklich gut, aber nicht kämpfen. So können sie ihre Beute vor anderen Raubkatzen nur unzureichend verteidigen und sind somit z.B. Löwen unterlegen. 

Der Mensch schränkt ihren Lebensraum immer weiter ein. Das hat zur Folge, dass die Geparden, außerhalb der Nationalparks auf die Jagd gehen.

Geparden haben außerdem große Angst vor Jeeps. Der Lärm der Safari Autos vermasselt ihnen oft die Jagd. Auf der Suche nach Beute dringen sie in kleine Dörfer hervor und jagen dort das Weidevieh der Bauern. Diese erschießen die Geparden oder stellen Fallen auf. 

Sie werden außerdem von Einheimischen gejagt. Ihre Felle werden illegal gehandelt und Jungtiere als Haustiere zu Geld gemacht.

In ganz Afrika leben nur noch an die 7000 Exemplare. Eine Zahl, die wie ich finde, mehr als erschreckend ist.

Cheetah Outreach in Südafrika

Nur 25 min. mit dem Auto von Kapstadt entfernt, liegt in mitten von idyllischen Weinbergen und Obsthainen das Cheetah Outreach.

Ich gebe zu, ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt. Das Cheetah Outreach liegt mitten in einer schönen Wohnsiedlung. 

Am Eingang hat man verschiedene Möglichkeiten und Paketpreise. Man kann z.B. ein Meet and Greet mit einem Geparden buchen, um ein Foto zu bekommen oder ihn sogar zu streicheln. Hierzu aber später mehr.

Das Gelände

Das Gelände ist nicht groß. Rechts ein paar Gehege mit anderen Bewohnern, wie Fuchs und Erdmännchen. Links die Gehege der Geparden und eine kleine Strecke zum Sprinten inkl. Tribüne. Ich sehe erst einmal hauptsächlich nur Gitter.

Am Eingang befinden sich Toiletten und ein kleiner Shop.

Aufgabe und Schutzprogramm

Aufgabe des Cheetah Outreach ist es, Werbung für den Gepardenschutz zu machen und Aufzuklären. Auf dem Gelände gibt es mehrere Informationstafeln, die über Geparden und die Schutzprogramme informieren.

Und dann gibt es dort noch ein Gehege mit großen Hunden. Ich bleibe davor stehen. Warum hier wohl Hunde in den Gehegen sind?

Hunde als Gepardenschützer

Anatolische Hirtehunde werden im Cheetah Outreach gezüchtet und ausgebildet. Die Hunde können tagelang ohne Hirten auf Viehherden aufpassen und Alarm geben, wenn sich ein Gepard der Herde nähert. 

Das ist die Hauptaufgabe der Schutzstation. Hier werden die Hunde ausgebildet, an die Geparden gewöhnt und mit ihnen trainiert.

Anschließend werden die Hirtehunde Bauern und Tierfarmen zur Verfügung gestellt. So wird verhindert, dass Geparden in den Dörfern jagen und die Bauern die Tiere erschießen.

Hautnaherlebnis mit Geparden

An sich ist das Programm mit den Hirtehunden eine tolle Sache. Was mir aber so gar nicht gefällt, dass man hier Fotos mit den Geparden machen kann und sie sogar streicheln. Bis 5 Personen können in ein Gehege gehen.

Geparden sind sehr anfällig für Krankheiten. Passt das zusammen? Ich finde es fragwürdig, die Tiere zu streicheln. Auch wenn man sich vorher die Hände desinfizieren muss, muss man wirklich eine Raubkatze streicheln?

Kann man den Betreibern einen Vorwurf machen? Ich weiß es nicht. Es ist schade, dass wir Menschen nicht anderweitig solche Projekte finanziell unterstützen. Stattdessen werden solche Streicheleinheiten zum Verkauf angeboten, weil wir Menschen für so ein besonderes Erlebnis gerne Geld bezahlen, einfach so spenden wollen wir ungerne.

Schade, ansonsten wäre es sicherlich ein tolles Projekt. Wir haben uns diese wunderschönen Tiere nur durch die Zäune angeschaut und lieber den einen oder anderen Groschen im Shop gelassen. Finanziell unterstützen kann man nämlich auch anders. 

Fazit

Kann man sich angucken, muss man aber nicht. Es lag auf unserem Weg Richtung Kapstadt. Extra dorthin fahren würde ich so aber nicht. Trotzdem ist es wichtig dieses Projekt zu unterstützen aber bitte nicht in Form von Geparden streicheln.

Wo? De Beers Avenue, Firgrove, Cape Town, 7110, Südafrika

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