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Nepal, ein Land voller Überraschungen. Ich bin der Hektik Kathmandus entflohen und habe mich auf eine Reise durch das ländliche Nepal begeben.

Nepal gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt und steht bei den ärmsten Ländern in Asien direkt hinter Pakistan auf Platz Nummer 2. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei ca. 290 €.

Der größte Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. So war es für mich ganz klar aufzubrechen, um ein ursprüngliches Nepal kennen zu lernen. Es hat mich an Orte verschlagen, die man als Tourist vielleicht nicht besuchen muss, doch genau das macht das Reisen für mich zum Erlebnis.  Auf unserer Tour durch das ländliche Nepal haben wir viele Newari Dörfer besucht.

Das ländliche Nepal

Newari Dörfer

Newar ist eine ethnische Volksgruppe in Nepal, die hauptsächlich das Kathmandu Tal besiedeln. Sie sprechen die Sprache Newari. Newars sind zum Teil Buddhisten oder Hindus. Die hinduistischen Newar haben im Kathmandu sogar ein eigenes Kastensystem entwickelt, was die buddhistischen Newar Teils übernommen haben. Sie sind vor allem für ihren Pagodenartigen Baustil bekannt, der auch in weiteren Teilen Asiens zu sehen ist. Die Kastenhierarschie umfasst viele untergeordnete Gruppen. So wohnen z.B. Menschen, die den höheren Kasten angehören im Zentrum der Stadt.

Kumari

https://travelmehappy.de/kumari-kult-die-kindsgoettin-in-nepal/Der Kumari Kult gehört ist eins der Rituale der Newari. Die Kumari ist eine Kindsgöttin und wird als Inkarnation der hinduistischen Göttin Durga angesehen. Sie wird bis zu ihrer ersten Menstruation verehrt. Es gibt mehrere Kumaris in Nepal, die bekannteste lebt in Kathmandu. Meinen ausführlichen Artikel über den Kumari Kult findest du hier.

Städte die du besuchen solltest

Bandipur

Bandipur soll eines der schönsten nepalesischen Dörfer sein. Leider war es uns aufgrund eines Erdrutsches nicht möglich das Dorf zu besuchen. Die Stadt liegt auf einem 200m langen schmalen Sattel auf 1000m Höhe. Zugänglich ist das Dorf nur durch steile Treppen.

Tansen

Tansen liegt im Zentralen Nepal auf einer Höhe von 1324 m. Hierher verirren sich so gut wie keine Touristen, einige Hotels gibt es aber dennoch.

Als wir in Tansen ankamen fragte ich mich schon nach der ersten Stunde was wir hier 2 Tage machen sollten. Unser Guide sagt, entspannen oder ein Buch lesen. Nein, dafür war ich hier nicht hergekommen. Ich stürzte mich rein in das ländliche Treiben im Dorf. Doch von Anfang an.

Auf Spinnenjagd

Unser Hotel hatte einen fantastischen Blick auf das Dorf. Morgens musste man ganz schön aufpassen, dass einem die Raben nicht das Frühstück vom Teller klauten. Das Zimmer war, naja ich sag mal so, man hatte jetzt nicht wirklich Lust sich längere Zeit in diesem aufzuhalten.

Die Sonne ging unter und wir mussten dann irgendwann doch endlich mal schlafen. Die Wand hinter unseren Betten hatte eine schöne Holzverkleidung. In ihr wohnten anscheinend ein Dutzend Geißelspinnen. Ich war so erledigt, mir machten die Spinnentiere überhaupt nichts aus. Sollten sie doch an den Wänden herum krabbeln. Mein Mann sah 3 Stück und wurde sichtlich nervös, als sich eine genau über mir an der Decke befand. Er weckte mich und beschloss auf Spinnenjagd zu gehen mit dem einzigen Glas, das er hatte. Er konnte auch zwei fangen und auf dem Parkplatz aussetzen. Als er wieder kam, saßen aber schon wieder drei Stück an der Wand. Er gab auf.

Die zweite Nacht sollte dann noch alles toppen. Wieder krabbelten die Geißelspinnen bei Anbruch der Dunkelheit durch unser Zimmer. Mein Mann ging zur Toilette, um dann einen giftigen chinesischen Tausendfüssler zu entdecken, der aus dem Abfluss kam. Hurra, das einzige Glas für die Spinnenjagd wurde, ohne groß zu überlegen über den Tausendfüssler gestülpt. Ich war froh, dass am nächsten Tag die Reise weiter ging.

 

Spaziergang durchs Dorf

Die nächtlichen Besucher zeigten ganz klar, ok hier waren wir wirklich in der Natur, auf dem Land unterwegs. Von allen reisen habe ich in Nepal die meisten Spinnen gesehen.

Wir machten einen Spaziergang durch das Dorf. Die Menschen begrüßten uns sehr freundliche. Ichgenoss das weniger hektische Dorfleben. Staubig war es sehr. Das Dorf hat alles was man zum Leben benötigt. Kleine Läden, eine Schule und Handwerker. Ansonsten gab es in Tansen wirklich nicht viel zu tun, außer, laufen und die Sinne schärfen. Die Altstadt ist mit vielen Pagoden geschmückt und wurde sogar als UNESCO Kulturerbe nominiert.

Waschstelle am Tempel

Es gibt öffentliche Waschstellen mitten im Dorf. Auf der einen Seite duschen sich die Frauen und Kinder und waschen die Wäsche, auf der anderen Seite betreiben die Männer ihre Körperpflege. Kannst du dir vorstellen, dir deine morgendliche Dusche mit dem halben Dorf zu teilen? Ich bin ehrlich. Ich nicht. Doch hierin Nepal tickt vieles anders.

Daman

Daman liegt auf einer Höhe von 2322 m. Warum sollte man nach Daman kommen? Alleine nur wegen der Aussicht. Ich sage gleich, etwas anderes gibt es hier nicht zu entdecken. Das Einzige was man hier noch tun kann ist durch die Landschaft zu wandern.

Die schlimmste Nacht meines Lebens

Das Daman Mountain Resort hat seine besten Tage lange hinter sich. Völlig zu Recht hat dieses Hotel aktuell geschlossen. Viele Stufen führten einen Weg hinunter und einmal angekommen war die Aussicht einfach nur WOW. Das WOW war aber sowas von schnell verschwunden, als ich unser Zimmer zu Gesicht bekam. Ich bin rückwärts wieder heraus. Schimmel. Überall schwarzer Schimmel. Ich konnte ihn regelrecht riechen. Das Badezimmer ein Horror. Das Wasser lief langsam an den Wänden hinunter. Hier wollte und konnte ich nicht bleiben.

Hotelpersonal eilte uns zur Hilfe und eilte tatsächlich mit einem Geruchsneutralisierungspray in der Duftnote Zitrone in unser Zimmer. Oh, ihr hättet das Gesicht meines Mannes sehen sollen. Ein Blick aus Fassungslosigkeit und Wut. Ich gebe zu, ich habe einfach nur geheult und so etwas ist mir noch nie passiert. Da waren die Bettwanzen in Marokko das kleinste Problem.

Wir bekamen ein neues Zimmer. Wir mussten hier schlafen. Es dämmerte und kein Bus fuhr im Dunkeln die Serpentinen hinunter. Ein anderes Hotel? Gab es nicht. Das neue Zimmer, nunja, war nur halb so feucht. Bettwäsche, Vorhänge, ja sogar das Klopapier war verschimmelt. Die Heizung funktionierte nicht. Nachts war es hier – 3 Grad kalt. Ich zog alles an was ich so hatte und verschanzte mich in meinem Schlafsack. Nach Möglichkeit nichts berühren. Um 5 Uhr morgens war ich froh aufstehen zu dürfen. Duschen war nicht drin. Es gab kein warmes Wasser aber ich verzichtete gerne darauf. Schnell zum Sonnenaufgang.

Panoramablick bis zum Mount Everest

Absolut zu Recht hat man von hier den besten Ausblick auf das Himalaya Gebirge. Der Sonnenuntergang war genauso bezaubernd wie der Sonnenuntergang. Der Funke Magie ist mit Wucht auf mich übergesprungen. Hach, es hätte hier so schön sein können.

Das Hotel ist zu aber die Aussicht kannst du trotzdem vom View Point genießen, dieser hat nämlich geöffnet.

Dhulikel

Dhulikel liegt nur 25km von Kathmandu entfernt. Auch von hier hast du einen tollen Blick auf die Dächer der Welt. Magische Momente erlebst du im Dhulikel Resort. Perfekt für eine spirituelle Auszeit.

Unterwegs

Die Straßenverhältnisse in Nepal sind ein absoluter Graus. Eine Fahrt über die durchlöcherten und huckeligen Straßen wird dich ordentlich durchschütteln, so als hätte man sich einen Smoothie im Mixer zubereitet. Aufgepasst: Ich bin das ein oder andere Mal echt aus meinem Sitz abgehoben und habe mir sogar den Kopf gestoßen. Wer mit Reiseübelkeit zu kämpfen hat sollte auf jeden Fall etwas dagegen einnehmen

Mit dem Bus

Nepal bereist man am besten mit dem Bus. Aufgrund der schlechten Straßen solltest du viel Zeit einplanen. Wir haben zwischendurch für eine Strecke von 200 km ganze 10 Std. gebraucht. Tansen bietet sich als idealer Zwischenstopp auf dem Weg nach Pokhara an.

Toilettenstops

In den Bussen gibt es keine Toiletten. Zwischendurch wird aber auch mal Pause gemacht. Dort gibt es öffentliche Toiletten, die auch sehr sauber sind. Zudem kann man sich ein paar kleine Snacks für unterwegs kaufen. Musst du unterwegs außerplanmäßig mal auf die Toilette so ist es in Nepal ganz simpel. Aussteigen, sich ein Plätzchen suchen und sich erleichtern.

Wir hatten sogar einen Toilettenstop, an dem Frauen und Männer rechts und links getrennt in einen Wald gehen konnten. Sei also darauf gefasst nicht immer eine Toilette zur Verfügung zu haben und auch die, die du dann mal hast: Augen und Nase zu und durch!