Top

Ich kenne niemanden, der keine Pinguine mag. Sie sehen einfach putzig aus, wie sie daher watscheln in ihrem Wrack. Als ich das erste Mal frei lebende Pinguine in Südamerika gesehen habe, habe ich mich sofort in diese wunderbaren Tiere verliebt. Meinen Artikel dazu findet ihr hier.

Wie leider mittlerweile für viele Tierarten hat auch der Klimawandel verheerende Folgen für die Pinguine. So könnte der Anblick dieser tollen Geschöpfe schon bald der Vergangenheit angehören, wenn wir nicht aktiv etwas tun.

Arten und Vorkommen

Heute leben noch 18 Pinguinarten. Beheimatet sind sie alle auf der Südhalbkugel, von der Antarktis nach Südamerika über Südafrika bis nach Australien, Neuseeland und den Galapagosinseln. Die einen mögen es eisig und kalt und die anderen eher wärmer.Mit 35 bis 40 cm und einem Gewicht von einem Kilogramm ist der Zwergpinguin die kleinste der Pinguinarten. Der Kaiserpinguin ist der größte unter den Pinguinen. Mit einer stattlichen Größe von bis zu 1,30m und einem Gewicht von 23 kg macht er seinem Namen alle Ehre. 

Feinde

So süß Pinguine auch sind, haben sie manch andere Tiere zum Fressen gerne. So ist der Lauf des Lebens und gehört irgendwie dazu, um die Welt in einem Gleichgewicht zu halten. Seelöwen, Haie und Schwertwale gehören zu ihren Feinden. Manchmal werden sie aber auch von einem Pottwal verspeist. Der größte Feind jedoch wie so oft, sind wir, die Menschen.

Klimawandel und die Auswirkungen

Es gibt viele Gründe, weshalb die Pinguinpopulationen drastisch zurückgehen.

Krill und Überfischung

Leer gefischte Meere sind einer der Hauptgründe, weshalb Pinguine oft keine Nahrung mehr finden und schlicht verhungern. Die Industrie dringt mittlerweile in die Antarktischen Gewässer hervor um Tonnenweise Krill zu fischen. Krill ist ein kleiner Krebs und gehört zu der Lieblingsspeise von Kaiserpinguinen. Nach dem Fang wird Krill zu Fischöl verarbeitet und landet unter anderem in Omega 3 haltigen Mittel.

Meeresverschmutzungen

Die Frachtschiffe verursachen zudem noch ein drastisches schmelzen des Antarktischen Eises aufgrund des hohen Co2 Ausstoßes und austretendes Öl kann für viele Tausende Tiere der Tod bedeuten. Pinguine können zwar nicht fliegen, sind aber dennoch auf ihr Gefieder angewiesen. Es isoliert und, sollte nur ein Stück ihres Gefieders kahl sein, drohen sie an Unterkühlung zu sterben. Gelangt ein Pinguin in einen Ölteppich, müsste er innerhalb von einer Stunde gesäubert werden, um eine Überlebenschance zu haben. Sie fangen nämlich an sich selber zu säubern und vergiften sich so innerlich, was ebenfalls zum sicheren Tod führt.

Erderwärmung

Die Erderwärmung nimmt ungebremst ihren Lauf und führt somit zum Aussterben vieler Tierarten. Unter anderem ist mittlerweile der Kaiserpinguin vom Aussterben potenziell gefährdet, da das Packeis immer und immer schneller schmilzt. Forscher fürchten, dass bis Ende des Jahrtausends die Kaiserpinguine ausgestorben sein werden.

Guano als Sprengstoff und Dünger

Guano ist eine Mischung aus Vogelkot und kalkhaltigem Gestein. Im 19. Jahrhundert entdeckte man, dass sich diese Mischung hervorragend als Düngemittel einsetzen lässt. Doch nicht nur das. Auch zur Sprengstoffherstellung eignet sich Guano sehr gut.

Besonders die Humboldt Pinguine leiden unter dieser Entdeckung. Ihre und die Bruthöhlen vieler anderer Seevögel werden zerstört. So verschwindet ihr Lebensraum und die Anzahl der Population. Noch heute wird Guano, was in Inka- Sprache übrigens übersetzt Dung bedeutet, per Hand abgebaut. Für die Arbeiter beispielsweise in Peru ist dies eine große gesundheitliche Belastung. Nicht nur die körperliche Anstrengung, sondern auch der Staub, welcher die Lungen verätzt führen die Menschen in lebensbedrohliche Zustände.

Was kann ich tun?

Wer einmal diese wunderbaren Geschöpfe erlebt hat, möchte nicht das sie bald Aussterben. Dagegen tun können wir alle etwas. Das würde nicht nur den Pinguinen, sondern generell unserer Umwelt gut tun.

Verzicht auf Omega 3 haltige Präparate

Je höher die Nachfrage ist, desto mehr wird auf dem Markt auch angeboten. Also verzichtet bitte auf Omega 3 haltige Mittel. Diese Präparate sind sehr beliebt und es wird eine heilsame Wirkung vorgegaukelt. Neuste Studien jedoch zeigen, dass die Mittel nicht das halten was den Verbrauchern versprochen wird.

Achtet also auch beim Kauf von z.B. Margarine, ob Omega 3 haltige Stoffe auf Fischbasis enthalten sind.

Sowohl die Pinguine, als auch andere Meeresbewohner wie einige Walarten werden es euch danken. Warum sollte man ein ökologisches Risiko eingehen, wenn die Wirkung dieser Produkte nicht bewiesen und in Frage gestellt sind?

Je weniger diese Produkte gekauft werden, desto weniger wird danach gefischt und desto weniger Schiffe brechen auf. Von ihnen geht eine sehr hohe Umweltbelastung aus, was das Eis in der Arktis noch schneller zum Schmelzen bringt. Zudem verursachen solche Frachtschiffe immer wieder Ölkatastrophen, bei denen Tausende Tieren ihr Leben lassen. Es hängt also alles irgendwie zusammen.

Viele pflanzliche Lebensmittel enthalten ebenfalls Omega 3 Fettsäuren und sind eine gesunde Alternative, wie Nüsse, Avocados und Öle ( Leinöl, Rapsöl, Olivenöl etc.

Lokal einkaufen

Lokal einkaufen ist immer noch am besten. Müssen es im Winter die Himbeeren aus Spanien sein? Wie kommen diese überhaupt in unseren Supermarkt? Frachtschiffe? Flugzeuge?

Kauft einfach bei lokalen Anbietern Obst und Gemüse aus der Region und abhängig von der Saison. So tut ihr nicht nur was Gutes für die Umwelt, sondern unterstützt auch die Ansässigen Händler.

Verzicht auf Guano Dünger

Bitte setzt z.B. bei der Pflege eures Gartens auf natürliche Dünger und meidet Guano Dünger.

Gezielte Projekte unterstützen

Ich hatte das große Glück auf meiner Reise durch Südafrika auch dort Pinguine zu sehen. Die Populationen am berühmten Boulders Beach geht allerdings auch immer weiter zurück. Wir besuchten in Kapstadt das Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds, kurz SANCCOB .

Hier arbeitet ein Team aus Biologen, Ärzten und vor allem Freiwilligen. Bei einer privaten Führung erfuhren wir alles über die Pinguine in Afrika und über die Lebensnotwendige tolle Arbeit vor Ort. Es werden kleine verwaiste Pinguine auf das Leben in der Wildnis vorbereitet, verletzte Pinguine und Vögel wieder gesund gepflegt und sogar verlassene Pinguineier ausgebrütet. Alles Wissenswerte über SANCCOB könnt ihr hier lesen.

Um die Arbeit zu unterstützen haben wir einen kleinen verwaisten Pinguin adoptiert. Dazu spendeten wir einmalig 40 €. Uns tut dieser Betrag wirklich nicht weh, wenn man überlegt was man sonst beispielsweise in einem Restaurant für eine Mahlzeit bezahlt. Wir tauften den Kleinen Alf und hoffen, dass er in einem Jahr zurück in die Wildnis entlassen wird und ein langes Leben vor sich hat. So eine Adoption eignet sich auch hervorragend als Geschenk.

Nur gemeinsam können wir die Welt ein Stückchen besser machen.“