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Gleich vorweg möchte ich euch sagen, dass ich seit über 20 Jahren vegetarisch lebe und mich aktiv für den Tierschutz einsetze. Ich lehne jegliches Handeln mit Tieren zur Bespaßung und anderen Dingen ab und bin da absolut gegen. Dennoch bin ich der Auffassung, dass ich hierüber berichten muss. Andere Kulturen haben andere Bräuche, mögen sie noch so grausam sein. Ich möchte vor allem aufklären und darüber informieren.

Die Tradition

Für die Dominikaner ist der Hahnenkampf ein absolutes Spektakel. In nahe zu jeder kleinen Stadt findet man Hahnenkampfarenen auch „Galleria“ genannt.

Die einen sind modern mit großen Tribünen, wo die Kämpfe sogar auf Videoleinwänden übetragen werden. Andere erinnern eher an kleine Bretterverschläge mit Palmendächern. Die Zeitungen berichten sogar über die Kämpfe, wie hierzulande über Fußball. Hahnekämpfe sind vor allem Männersache. Zwar werden Frauen in den Arenen gedultet, man sieht aber kaum welche.

Die Hähne

Der creolische Hahn „Criollo“ ist für die Besitzer sehr wertvoll. Immerhin können sie mit Hahnekämpfe über 150 € im Monat verdienen. Eine Menge Geld für Dominikanische Verhältnisse. Liebevoll werden die Hähne gestriegelt und umsorgt. Man bekommt den Eidruck, als ginge es ihnen gut. Doch der Eindruck täuscht.

Vorbereitungen

Der Speiseplan besteht aus Getreide und Insektenlarven. Ölmassagen sollen die Muskeln stärken. Vitamine werden eingesetzt um den Kampfgeist zu wecken. Federn werden gekürzt, damit sie sich nicht in den Sporen verfangen.

Viele Besitzer üben Kämpfe in ihren Gärten. Wie genau sie sich aber vorbereiten, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Interessieren würde es mich ja schon, aber nur damit ich die ganze Sache noch abschreckender finde als es eh schon für mich ist.

Der Kampf

Ein Kampf dauert 25 – 30 Minuten. Die Hähne gehen aufeinander los. Obwohl sie die Sporen verbunden haben wird es blutig. Grausam. Tierquälrei. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Die Hähne sind verletzt, werden wenn sie es schaffen gesund gepflegt und stehen drei Monate später wieder in der Arena. Nicht selten stirbt auch einer Hähne an den Folgen des Kampfes und landet im Kochtopf.

Wetten

Beim Hahenkampf wird vor allem eins, gewettet. Und das sehr lautstark mit Diskussionen und manchmal auch handgreiflichkeiten. Deshalb ist auch meistens immer ein Polizist anwesend, um die hitzigen Gemüter zu beruhigen und außeinander zu halten. Für mich eine ganz verrückte Welt.

Treffen mit einem Hahnbesitzer

Wir hatten eine Tour ins Hinterland gebucht. Infos darüber gibt es hier. Als wir einen Bauernhof besuchten, wurde uns die Tradition des Hahnenkampfes erklärt.

Es gehört einfach zu der Dominikanischen Republik dazu. Der Besitzer war sehr stolz, als er uns seine Hähne präsentierte und sie in seinem Garten kurz für uns kämpfen lies.

Was kann man tun?

Einige fragen sich vielleicht was man gegen Hahnenkämpfe tun kann? Ich denke die Tradition wird nicht ganz verschwinden. Natürlich spielen auch die wirtschaftlichen Aspekte in der Dominikanischen Republik eine Rolle. Kann man einem Menschen böse sein, der versucht durch Hahnenkämpfe seine Familie zu ernähren? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Oft werden auch extra für Touristen Hahenkämpfe angeboten. Hier könnt ihr aktiv werden. Boykottiert solche Veranstaltungen. Ob es hilft? Ich bin der Überzeugung, dass zumindest eine geringe Anzahl der Kämpfe zurück gehen wird, wenn es keine Tousristen mehr gibt, die sich solche Kämpfe anguckt. Jeder nicht statt findende Kampf ist ein gewonnener.

Ich finde es ist eine sehr grausame Tradition. Vielen wird es eher egal sein oder noch Witze darüber machen. Für mich ist jedes Lebewesen lebenswert. Das muss man nicht gut finden aber auch nicht anfeinden.

Mehr Beiträge über die Dominikanische Republik findet ihr hier.

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