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Als wir 2012 mit einer kleinen Gruppe die Grenze in Thailand nach Kambodscha überquerten tauchte ich sofort in eine andere Welt ein. Mütter hielten mir ihre kranken Kinder entgegen und Schüsseln mit gegrillten Insekten. Im Verlauf meiner Reise hätte ich nie gedacht was da noch auf mich zu kommt.

Der Markt von Battambang

Unser erster Stop war die kleine Stadt Battambang. Wir besuchten den lokalen Markt und ich bekam kaum noch Luft. Noch nie habe ich sowas gesehen. Zappelnde Fische die vor meinen Augen geschuppt und geköpft wurden. Und dies waren noch die harmloseren Sachen.

Ich bin Vegetarierin und es war für mich nur ganz schwer auszuhalten. Doch das war nur ein Vorgeschmack auf das was noch folgen sollte.

War man hier im Dunkeln auf der Straße unterwegs wimmelte es nur so vor Kakerlaken. Man musste sich sehr konzentrieren und zwischen ihnen umher balancieren um nicht auf sie drauf zu treten. Es wunderte mich jedoch nicht, so viele von ihnen vor zu finden, da es nicht gerade hygienisch und sauber ist. Die Fischabfälle vom Morgen lagen noch abends einfach so auf der Straße herum.

Übernachtungsmöglichkeiten in Battambang findet ihr* hier.

Gegrillte Ratten

Wir waren auf dem Weg von Battambang nach Pnom Penh, der Hauptstadt, als unser Bus stoppte. Unser Reiseleiter bat uns auszusteigen. Am Straßenrand der erste Schock. Da wurden doch tatsächlich Ratten gegrillt. Ich traute meinen Augen kaum. Was heute als Delikatesse gilt hat allerdings einen sehr ernsten Hintergrund.

Während der Zeit von Pol Pots Gewaltregime der Roten Khmer ( 1975-1979 ) waren Ratten oft das einzige Nahrungsmittel im Kampf ums Überleben.

In unserer Gruppe fragte jemand, ob man mal eine Ratte probieren könne, doch unser Reiseleiter winkte ab. Er erklärte uns, dass diese hier nicht schmecken würden, da sie gehäutet und sofort frittiert werden, bevor sie auf den Grill kommen. Auch er musste sich zu Zeiten de Regimes von Ratten ernähren. Richtig zubereitet wären sie, wenn man sie erst einmal eine Woche zum Trocknen aufhängt und dann grillt.

Mir drehte sich der Magen um und schämte mich das es uns so gut geht. Man kann sich nicht vorstellen was die Menschen durch machten
mussten.

Schlangen und Frösche

Gleich neben den Ratten auf dem Grill gab es kleine Schlangen und Frösche am Spieß. Nach dem Anblick der gegrillten Ratten jedoch war dies für mich schon fast in Ordnung. Ich hatte so viele Gefühle in mir, dass dies das kleinere Übel war.

Flughunde

In Siem Reap spazierten wir durch einen kleinen Park. Hier sah ich meine ersten Flughunde und sagte zu meinem Mann, dass sie diese hier bestimmt auch essen. Er konnte sich das überhaupt nicht vorstellen und wurde aufgeklärt. Die Population ist stark zurück gegangen. Früher wurden die Flughunde tatsächlich gejagt und verzehrt.

Mittlerweile halten sich die Flughunde auf königlichem Grundstück auf, wo sie nicht gejagt werden dürfen. So werden sie mittlerweile nicht mehr gegessen. Mir wurde langsam klar, dass man hier anscheinend ziemlich alles isst, doch es sollte noch heftiger werden.

Markt der kuriosen Snacks

Ich kann nicht mehr sagen wo genau dieser Markt war, aber ich fand es wirklich krass. Frauen liefen mit riesigen Tabletts über den Parkplatz. Auf jedem Tablett ein anders frittiertes Insekt.

Nunja ich bin ja sehr Interessiert für ander Kulturen, so guckte ich mir das doch etwas genauer an.

Da ein Eimer voller Vogelspinnen und da ein Eimer voller Skorpione und ein kleines Mädchen, dass mir die Tierchen heraushob und zeigte. Ich habe gewiss keine Angst vor diesen Tieren, nein Vogelspinnen finde ich sogar super Interessant. Den Spinnen waren die Giftzähne gezogen worden und die Skorpione hatten auch keinen Giftstachel mehr.

Mein Mann wusste genau was in mir vorging und sagte mir sofort ich solle den Plan zur Rettung verwerfen, da die Tiere gar nicht mehr überleben könnten.

Auf den Feldern werden Eimer in den Boden eingelassen. Diese werden mit einer Art Trichter versehen, die mit Taschenlampen angeleuchtet werden. So fallen die ganzen Insekten in die Eimer und kommen nicht mehr heraus. Diese werden verkauft um sie den Leuten als kleine Snacks anzubieten. So verdienst man sich in Kambodscha ein wenig dazu.

Eine Mitreisende aus unserer Gruppe besitzt ein Cateringunternehmen und war sehr Interessiert an den ganzen Kuriositäten. Sie probierte also eine Spinne und ein paar Heuschrecken ohne das Gesicht zu verziehen. Sie fand es ganz lecker. Ok, ist halt Geschmackssache. Das ganze hörte aber dann entgültig auf als sie ein angebrütetes Entenei aß. Das war selbst allen Fleischessern zu viel.

Immerhin hat man mir versichert das man in Kambodscha weder Katzen noch Hunde isst, nachdem ich auf einer Insel, eine Katze aus einem Fischernetz befreite. 

Wer also das wahre Dschungelcamp mal live erleben möchte sollte nach Kambodscha reisen. Es gibt natürlich noch Tausend andere Gründe hierher zu kommen.