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Lille Vildmose ist ein besonderer Ort. Elche in Dänemark, das gibt’s? Ja. Es gibt ein Gebiet in Nordjütland in dem Dänemarks einzigen Elche leben. Worauf wartest du noch? Hüpf in meinen Jeep, schnall dich an und begleite mich auf eine Safari der anderen Art. Einpacken solltest du unbedingt eine warme Jacke, ein Fernglas und deine Kameraausrüstung mit Teleobjektiv.

Nationalpark Lille Vildmose

Um Elche in Dänemark zu sehen musst du in den Nationalpark Lille Vildmose fahren. Nur 25km von Nordjütlands Hauptstadt Aalborg entfernt, liegt das wunderschöne kleine Wildmoor, was die Übersetzung von Lille Vildmose ist. Wild ist nicht nur die Landschaft, sondern auch ihre tierischen Bewohner.

 

Vogelparadies Lille Vildmose

Das Gebiet ist eingezäunt aber durch Tore frei zugänglich. Nur die Elche können das Gebiet nicht verlassen. Am besten besorgst du dir vorher im Lille Vildmosezentrum eine kostenlose Karte für den Park. Es gibt mehrere Aussichtspunkte und Spots, an denen du halten kannst. Am besten eignet sich die Fahrt mit deinem eigenen PKW quer durch den Park. So kommt richtiges Safari Feeling auf. An einigen Punkten kannst du kleinere Wanderungen machen zu weiteren interessanten Aussichtspunkten. Du solltest einen ganzen Tag für den Nationalpark einplanen.

Das Lille Vildmosezentrum

Das Lille Vildmosezentrum eignet sich als perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung des Wildmoores, ist aber kein Muss. Es gewährt dir Einblicke in die Geschichte und Entstehung des Moores. Kinder werden ihren Spaß haben, wenn die Wildschweine gefüttert werden. Weitere Highlights sind ein Adler Flugsimulator, eine Torfbahn und ein Aussichtspunkt. Auf einem Naturspielplatz könen sich die kleinen nochmal so richtig austoben. Der Eintritt kostet für Erwachsene 20,00 € und für Kinder von 3 bis 12 Jahren 10,00€.

Wo? Vildmosevej 100, Lille Vildmosecentret, 9280 Storvorde

Tiere im Wildmoor

Die tierische Vielfalt ist beeindruckend. Der Nationalpark ist ein hervorragendes Gebiet zur Vogelbeobachtung. Früh am Morgen, als noch ein sachter Nebel über den Feldern lag begrüßten uns drei Kraniche in der Ferne. Es war mir eine große Freude diese eleganten Geschöpfe zu beobachten. Ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Ich mag Kraniche. Wir fuhren dem Sonnenaufgang entgegen und am Eingang des Parkes machte ein großes Elchschild auf die Bewohner aufmerksam, weswegen wohl alle Besucher hier sind.

Lille Vildmose
Schild am Eingang

Selbstfahrersafari im Lille Vildmose

Schon nach wenigen Metern hielten wir an einem Parkplatz mit Blick auf einen See. Auf dem Wasser war einiges los. Wildgänse schnatterten um die Wette. Immer wieder setzten kleine Gruppen zur Landung an, was das wilde Durcheinander perfekt machte. Langsam verschwand der Nebel und die ersten Sonnenstrahlen wärmten meine Wangen. Das Gefühl gefiel mir. Wir fuhren ein paar Runden durch das Gebiet, immer und immer wieder durch die Nebenstraßen, konstant auf der Suche nach wilden Tieren. Auf einer Wiese erspähte ich zwei Rehe, die gerade saftiges Gras frühstückten. Sie sahen angespannt zu uns rüber, als wir den Wagen stoppten und das Klicken meiner Kamera die Stille durchbrach. Nachdem sie uns für harmlos befunden hatten, grasten sie weiter. Das Fell schimmerte in der Sonne in einem schönen hellen braun. Es war Zeit der Hirschbrunft und wenn man genauer in die Stille lauschte, konnte man die Hirsche weit entfernt brüllen hören.

Reh im Lille Vildmose

Ein wahres Vogelparadies

Es raschelte neben dem Auto. Akrobatisch aus dem Fenster lehnend blickte ich in die erschrockenen Augen eines Fasanes. Er entschied sich für die direkte Flucht und huschte flink davon. Den ganzen Tag über machten wir nichts anderes, als durch den Park zu cruisen. An einem Parkplatz trafen wir auf eine Schwanenfamilie mit fünf Jungtieren. Einem Schwan komme ich lieber nicht zu Nahe. So hielten wir Abstand und liefen einen kleinen Treck von wenigen Kilometern, hinein in den Wald. Am Ufer eines kleinen Sees sah ich einen kleinen Lurch. Ganz schön putzig dieser kleine Kollege. Schmetterlinge tanzten in der Luft den schönsten Tanz. Es waren kaum Besucher im Park unterwegs. Ein Seeadler hatte uns fest im Blick und folgte jedem unserer Schritte. Elche hatten wir noch nicht gesehen. Von Einheimischen bekamen wir den Tipp, dass die Elche an einem bestimmten Punkt zum Sonnenuntergang gerne auf die Straße laufen. So warteten wir darauf, dass es dämmerte.

 

Kleiner Lurch
Raupe im Heidegebiet

Wir positionierten uns gegenüber dem Aussichtspunkt und liefen durch die Heidelandschaft. Auch hier führte uns der Weg wieder zu einem See. Hier sollten Otter leben. Leider hatten wir kein Glück. Dann fing es endlich an zu dämmern.

Sonnenuntergang im Lille Vildmose

Elche in Dänemark

Im Jahr 2015 geschah etwas historisches, als fünf Elchkälber aus Schweden im Lille Vildmose ausgesetzt wurden. Die Elche haben sich so gut eingelebt, dass im Jahr 2017 noch einmal fünf weitere Elche, darunter ein Männchen und vier Weibchen dort frei gelassen wurden. Der Bestand hat sich mittlerweile auf natürliche Weise erweitert, was ein riesen Erfolg ist.

Sonnenuntergang im Heidegebiet

Begegnung mit den Elchen

Voller Erwartungen liefen wir die Stufen zum Aussichtspunkt hinauf und genossen die Aussicht über die Heidelandschaft und das ganze Moorgebiet. Das Schilf war so hochgewachsen, dass es unmöglich schien, hier einen Elch zu finden. Mit jeder Minute, die die Sonne weiter Richtung Erdboden wanderte, wurde es kälter. Sichtlich enttäuscht machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto und gaben auf. Als wir Kurs auf den Ausgang machten und um die Ecke bogen sahen wir ein Auto am Straßenrand. Wir bogen also in die andere Richtung und hielten neben dem Auto. In diesem Moment wollte ich die Welt umarmen. Ein junger Elch streunerte in der Abenddämmerung durch das Gestrüpp. 

Junger Elch in Dänemark

Was für ein wunderschönes Tier. Ich hätte Stunden dort stehen können und wollte das dieses Glücksgefühl konservieren. Er sah immer wieder zu uns hinüber, bis er sich schließlich hinlegte und von jetzt auf gleich aus dem Sichtfeld verschwunden war. Glücklich und über beide Ohren strahlend, stieg ich zurück ins Auto, bis wir schon einige Meter weiter wieder anhielten. In dem hohen Schilf nahe dem Aussichtsturm stand eine ausgewachsene Elchkuh, die uns scheu begutachtete und schnell wieder im Dickicht verschwand. Wow, was für eine besondere Begegnung. 

Elchkuh im Lille Vildmose

Unsere Elchsafari war ein voller Erfolg. Das Erlebnis und überhaupt der ganze Tag in der Natur hatte uns so gut gefallen, dass wir gleich zwei weitere Abende noch einmal zum Sonnenuntergang genau an diese Stellen zurückgekehrt sind. Was soll ich sagen, wir hatten auch die anderen Male das Vergnügen unseren Elchfreunden gute Nacht sagen zu dürfen.

Dänemark

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