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Majestätisch und geheimnisvoll gleiten sie durch die Ozeane. Wer Ihnen einmal in ihrem natürlichen Lebensraum begegnet ist, der möchte sie nicht auf diesem Planeten missen. Die Realität macht aber leider große Sorgen. Es gibt noch 7 Arten von Meeresschildkröten auf der Welt und leider sind alle 7 Arten vom Aussterben bedroht. Wodurch sie bedroht sind und wie jeder einzelne helfen kann erfahrt ihr in diesem Artikel.

Meeresschildkrötenfakten

Sie bewohnen alle tropischen und subtropischen Meeresgebiete.  Ihr Leben lang verbringen sie im Wasser. Nur zur Eiablage alle 2 bis 3 Jahre, kommen sie an Land. Und zwar an den Strand, an dem sie selber einmal geschlüpft sind. Dafür durchqueren sie ganze Ozeane. Je nach Art legen sie 50 – 200 Eier. Sie können besser sehen als der Mensch und nehmen sogar Infrarot- und Ultraviolettstrahlungen wahr.

Die größte von Ihnen ist die Lederschildkröte. Sie wiegt eine halbe Tonne und ihr Panzer wird bis zu 2m groß.

Bedrohung

Wie sollte es anders sein? Auch hier ist der Mensch mal wieder die größte Bedrohung aber auch die helfende Hand zu gleich. Viele unterschiedliche Faktoren tragen dazu bei, weshalb alle Arten von Meeresschildkröten vom Aussterben bedroht sind.

Kommerzielle Fischerei

Ganz häufig landen Schildkröten als Beifang in Fischernetzen. Da sie nicht zum Luft holen auftauchen können oder sich in den Netzen verheddern, ertrinken sie. Jährlich verenden ca. 250.000 Meeresschildkröten als Beifang der kommerziellen Fischerei.

Wilderei und Handel

Mittlerweile ist der Handel mit Schildkrötenprodukten verboten, die Jagd aber immer noch in 42 Ländern dieser Erde erlaubt.  Besonders in Asien, Afrika und Lateinamerika gilt das Fleisch von Meeresschildkröten als Delikatesse. Auch die Eier sind begehrt. So werden von Wilderern auch immer wieder ihre Nester geplündert.  In Madagaskar werden beispielsweise jährlich etwa 10.000 Meeresschildkröten gezielt gejagt.

In Japan wird die Haut zu Lederaccessoires verarbeiten und die Panzer in China für die traditionelle Medizin verwendet. Niemand weiß, wie hoch die Dunkelziffer durch illegalen Handel und gezielte Jagd ist.

Tourismus

Für den Tourismus werden viele Niststrände schlichtweg verbaut und zu kommerziellen Zwecken genutzt. Durch die ganze künstliche Beleuchtung wird zudem das Navigationssystem der Schildkröten zerstört. Mit den Touristen kommt auch eine vermehrte Wasserverschmutzung. Korallenriffe sterben dadurch, weshalb die Schildkröten auch immer weniger an Nahrung finden.

Plastik

Durch das enorme Touristenaufkommen gibt es auch automatisch mehr Plastikmüll der in den Meeren landet.  Besonders junge und unerfahrene Meeresschildkröten sind gefährdet vermehrte Plastikpartikel zu sich zu nehmen. Dies liegt daran, dass sie vermehrt an der Wasseroberfläche fressen oder in Küstennähe. So sterben die wenigen Nachkommen weg. Oft reicht schon ein einziges scharfkantiges Plastikteilchen aus, welches die Magen- oder Darmwand beschädigt und die Schildkröte innerlich verblutet. Es kommt auch vor, dass manche Tiere ertrinken, da sie so viel Plastik in sich tragen, welches das Verdauungssystem blockiert und sie nicht mehr auftauchen können.

Laut einer australischen Studie stirbt jede 5. Meeresschildkröte aufgrund von Plastik.

Oft werden Quallen, von denen sich die Schildkröten ernähren mit Plastiktüten verwechselt.

Klimawandel

Auch der Klimawandel hinterlässt seine Spuren in Bezug auf die Meeresschildkrötenpopulation. Vermehrte Naturkatastrophen wie Stürme zerstören die Strände, an denen die Schildkröten nisten. Auch der Anstieg des Meeresspiegels lässt die Strände nach und nach schmaler werden und längerfristig komplett verschwinden.

Durch die globale Erderwärmung gerät das Geschlechtergefüge drastisch aus dem Gleichgewicht. Wenn Schildkröten ihre Eier legen entscheidet die Temperatur darüber, ob ein Weibchen oder ein Männchen schlüpft. 

Durch die mittlerweile zu warmen Temperaturen schlüpfen zu viele Weibchen. Männchen benötigen kältere Temperaturen. Den Beweis liefert auch hier wieder eine australische Studie. So kam es bei der australischen Grünschildkrötenpopulation auf 116 Weibchen gerade mal 1 Männchen. Wenn man bedenkt, dass es ohnehin von 1.000 Schildkröten nur 2 bis in das Erwachsenenalter schaffen, machen diese Zahlen mehr als traurig.

Schutz

Mittlerweile wurde der Ernst der Lage mehr oder weniger erkannt und es gibt immer mehr Maßnahmen zum Erhalt der Meeresschildkröten.

Ein wichtiger Schritt ist die Errichtung von Schutzgebieten. So sollen die Nistplätze der Schildkröten gesichert werden. Auch das einsammeln und Ausbrüten der Eier ist eine wichtige Maßnahme. So kann zumindest das Geschlechtergefüge teilweise ausgeglichen werden. Tierschützer fordern zudem spezielle Schildkrötenklappen auf Fangschiffen, sowie Netze mit Notausgängen.

Was kann ich tun?

Mal überlegt Urlaub zu machen und was Gutes zu tun?

Es gibt diverse Hilfsprojekte, die auch Freiwilligenarbeit angewiesen ist. Natürlich könnt ihr auch einige Projekte mit einer Geldspende unterstützen.

Hier habe ich ein paar links für euch:

Wie wäre es direkt vor Ort zu Helfen?

Help Direct – Für Geldspenden – WWF

Lasst keinen Müll liegen, generell. Werft den Müll auf gar keinen Fall ins Meer. Am besten produziert ihr so wenig Müll wie möglich von vornherein. Tipps für Umweltschutz am Urlaubsort findet ihr hier.

 Kauft bitte niemals Produkte, die aus Schildkröten gefertigt wurde. 

Wenn ihr schnorchelt oder taucht, niemals etwas anfassen, weder Korallen noch andere Tiere. Beobachtet Meeresschildkröten aus sicherer Distanz und erfreut euch an der Schönheit der Unterwasserwelt.

Nur gemeinsam können wir die Welt ein Stückchen besser machen.“