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Tulum ist der Place to be an der Riviera Maya. Ein Ökoluxushotel reiht sich an das nächste. Mittlerweile tummeln sich hier Jetsetter aus der ganzen Welt bis hin zur High Class Society.

Tulum - Vom Aussteigerort zum Luxusresort

Tulum war einst ein kleiner Fischerort und ein echter Geheimtipp. Von geheim kann mittlerweile nicht mehr die Rede sein. Bis in die 90er Jahre kamen nur Tagestouristen hierher, um die Ruinen zu besichtigen. Bis auf ein paar Aussteiger / Hippies hat sich niemand so richtig für Tulum interessiert.

 

Es gibt eine Hotelzone, die Zona Hotelera. Große Hotelbunker sucht man hier zum Glück vergebens. Es sind eher schöne Cabanas, die besonders von Paaren geschätzt werden. Je südlicher du gehst, desto exklusiver werden die Unterkünfte.

 

Genau wegen der exklusiven Unterkünfte kommt man nach Tulum. Die sozialen Medien haben einen regelrechten Hype ausgelöst. Jeder will nach Tulum und dieses gewisse Feeling spüren. Mit Aussteigern und Hippies hat das schon längst nichts mhr zu tun. Hier sind nämlich auch im Vergleich zu anderen Städten in Mexico selbst die Hostels überteuert.

 

Als Backpacker musst du an die 50 € pro Tag einrechnen. Das ist viel für Jemanden, der eigentlich Low Budget reisen möchte.

Hipper Lifestyle - Mehr Schein als Sein

Tulum ist exklusiv. Tulum ist teuer. Tulum will hipp sein. So findest du hier neben den ganzen Ökohotels auch Biosupermärkte. An den Strandbars wirst du trendige Getränkevariationen, wie Shakes mit Moringa entdecken und andere Smoothies.

Auf Nachhaltigkeit wird  in Tulum angeblich ein großer Wert gelegt. Von Einheimischen habe ich vor Ort erfahren, dass einige der auch Großen Hotels, ihr Abwasser ins Meer leiten. Eine reine Katastrophe. Doch wer hinterfragt schon gewisse Dinge? Solange die Vermarktung stimmt, Blenden wir das was eventuell Drumherum nicht so schön ist aus. Tulum weiß sich zu vermarkten und es klappt hervorragend. 

Was hier Nachhaltig ist? Die vielen Naturmaterialien. Du findest kein Plastik, was schon mal gut ist, dafür viel aus Holz. Frage ist nur: Woher stammt das Holz? Hat es lange Transportwege hinter sich, wird dafür Regenwald abgeholzt?  Was ich hier lediglich zeigen möchte ist, dass am Ende vielleicht alles gar nicht so toll ist, wie man eigentlich denkt.

 

Was zählt ist der Profit

Das Hotel Azulik z.B. ist eines der teuersten in Tulum. Es sieht traumhaft schön aus, keine Frage. Du darfst auch gerne rein gehen, fotografieren ist allerdings strengstens untersagt. Wirst du erwischt, gibt es eine Hohe Geldstrafe. Zum Fotografieren dürfen nur Blogger kommen, die eine gewisse Anzahl an Followern haben oder eben die Prominenz. Natürlich darfst du auch fotografieren, wenn du Gast im Hotel bist. Als Normalo worst du es dir aber eher nicht leisten. Das Hotel lebt ein unantastbares Image und nutzt Blogger als günstige Werbekampagnen. Profit ist alles was hier zählt.

An jeder Ecke wirst du freundlich mit einem Namaste begrüßt. In Tulum sind alle spirituell unterwegs, eben Hippie. Das freundliche Namaste ist natürlich nur eine Vermarktung der eigenen Interessen. In Tulum wird ein Lifestyle gelebt, mit dem sich ordentlich Geld verdienen lässt.

Das was du in Tulum bezahlst, an Lebensmitteln etc. ist viel teurer als im Rest des Landes. Ich zahle also in Tulum für die gleiche Leistung, deutlich mehr. Was du hier mitbezahlst ist der Hype als Place to be.

Ökologische Folgen

Von dem Unberührten, weswegen sich einst die Aussteiger hier nieder ließen ist heute nichts mehr übrig. Da wo sich jährlich Tausende Touristen tummeln leidet die Umwelt. Das hat auch mit Nachhaltigkeit nichts mehr zu tun.

Immer mehr wird in Tulum gebaut. Die Stadt wächst weiter, Tag für Tag. Jeder will einen Happen vom Ruhm abhaben. Leider wird auch mit jedem Bau eines neuen Luxusresorts ein Stück Naturschutzgebiet zerstört.

Mittlerweile ist es verboten dort zu bauen, doch mit Korruption klappt in mexiko leider so einiges. Auch werden neue Hotels, die als nachhaltig gelten sollen auf Sanddünen gebaut. Irre, wenn man bedenkt, dass diese Nachhaltigen Unterkünfte die Umwelt alleine schon durch ihren Bau gefährden. Die Sanddünen sollen Erosion zu verhindern und zu stabilisieren. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des ganzen Ökosystems.

Gewusst? Jahrelang wurde der Müll von Tulum einfach in den Regenwald gekippt, egal ob giftig oder nicht. Tulum hält dem Massentourismus nicht mehr Stand. Die Stoffe sickern in die Erde und können schon bald das Grundwasser kontaminieren.

Direkte Folgen sind spürbar. Das Riff an der Riviera Maya hat in den letzten 30 Jahren um 80 % abgebaut.

Einen sehr informativen Artikel über die Umweltschäden findest du hier.

Was ich an Tulum nicht mag

 

Es ist ok, dass sich Orte vermarkten. Es ist auch ok Angebote zu erstellen, um Touristen anzulocken. Doch wer bekommt am Ende wirklich ein Stück vom Tourismus in Tulum ab? Die Einheimischen wohl nur zu einem geringen Prozent.

Ich liebe Yoga, auch gerne in einer traumhaften Kulisse. Doch was ich so gar nicht mag, dass man in Tulum an jeder Ecke mit Namaste begüßt wird. Ich muss mich kurz fragen, ob ich in Mexiko bin und nicht in Nepal?

Tulum ist nicht das Mexiko. Versteht mich nicht falsch. Tulum ist ein netter Ort an dem man es sich gut gehen lassen kann. Für mich ist es alles aber ein viel zu großer Hype. Auf meinen Reisen möchte ich das Ursprüngliche kennen lernen. Tulum ist davon ganz weit entfernt. Tulum hat nicht viel mit dem wahren Mexiko zu tun. Wer sich im Luxus am Strand sonnen möchte ist hier genau richtig.

Und was eben gar nicht geht, sich Nachhaltigkeit auf die Fahne zu schreiben und Hintenrum die Umwelt zerstören.