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Wanderung zum Schrecksee
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Inhalt

Die Wanderung zum Schrecksee, der schönste Bergsee in Deutschland, wird dir einiges abverlangen. Ob sich der Höllenritt lohnt? Absolut. Doch aufgepasst. Die Wanderung ist nichts für untrainierte und Leute, die noch nie Wandern waren.

Die richtige Ausrüstung – Das A und O

Halt Stopp! Bevor du dich auf die Tour begibst, schau unbedingt deine Ausrüstung durch. Trage unbedingt richtige Wanderschuhe. Turnschuhe sind nicht geeignet für die Wanderung zum Schrecksee. Deine Schuhe sollten knöchelhoch sein und über einen hervorragenden Grip verfügen. Du musst über teils geröllige Wege laufen und benötigst deshalb absolute Trittsicherheit. Packe genügend zu Trinken und Proviant ein. Es gibt unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Empfehlenswert ist zudem eine Kopfbedeckung, da du den größten Teil ohne Schattenmöglichkeit zurücklegen musst.

Ausrüstungsempfehlung auf einen Blick:

  • Knöchelhohe Wanderschuhe mit genügend Grip
  • Ausreichen zu Trinken und Proviant
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenschutzcreme
  • Wanderstöcke

 

Wanderung zum Schrecksee

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zum Schrecksee zu gelangen. Anstrengend und schweißtreibend sind allerdings alle Wege. Geparkt haben wir unser Auto am Parkplatz „Auf der Höh“ in Hinterstein geparkt. Mit dem Bus fuhren wir dann zu unserem Ausgangspunkt E-Werk Auele. Damit sparten wir uns ganze 2 Stunden Gehzeit.

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Durch ein kleines Tor geschoben begann die Wanderung zum Schrecksee mit einem Anstieg, der es in sich hatte. Geschützt im Schatten der Bäume wartet das erste Geröllfeld auf uns. Zwischen den Steinen ragten Baumwurzeln hervor, weswegen man stets achtsam sein musste. Der Schweiß lief mir nur so herunter. Immer wieder musste ich kurz anhalten und nach Luft schnappen. Irgendwann nahte die Erleichterung, als wir an einen kleinen türkisfarbenen See kamen. Ob das der Schrecksee war? Nein, den hatten wir noch lange nicht erreicht. Die Sonne blinzelte durch das Geäst. Ich genoss den ebenen Weg jede Sekunde. Lange hielt die Freud nicht an. Nach einem weiteren kurzen Stück durch den Wald kamen wir in freies Gelände. Vor uns ein saftig grünes Tal, komplett eingeschlossen von ehrfurchterregenden Bergen. Unter einem Baum, auf einem großen Stein nahmen wir Platz. Es war Zeit für eine Stärkung.

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Ein kurzer Blick den Berg hinauf. Mir wurde schwindelig. Wir mussten einmal den ganzen Bergkamm überqueren. Ich war mir sicher, dahinter würde uns der Schrecksee mit offenen Armen empfangen. Hochmotiviert schnallte ich mir meinen Rucksack wieder fest. Zum Glück hatte ich mein trinksystemdabei. So konnte ich durch einen Schlauch immer wieder trinken, ohne meinen Rucksack abnehmen zu müssen.

Fakten zum Schrecksee:

  • Liegt auf 1813 Höhenmetern.
  • zählt zum Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen.
  • Drohne fliegen lassen ist strengstens verboten! Ebenso das Campieren. Es gibt Kameraüberwachung.
  • Fläche:10 ha
  • Koordinaten:47° 26′ 13″ N, 10° 27′ 58″ O Koordinaten: 47° 26′ 13″ N, 10° 27′ 58″ O

 

Eine Wanderung, die mir alles abverlangte

Mit jedem weiteren Schritt bergauf zweifelte ich an meinem Vorhaben. Der Weg wollte einfach nicht enden. Den Blick musste ich stets auf den Boden richten, immer konzentriert, wohin ich trete. Ein falscher Schritt…darüber wollte ich nicht nachdenken. Neben mir ging es steil bergab. Ein paar Schritte musste ich durch eine Pfütze stapfen, die von einer kleinen Quelle verursacht wurde. Jetzt wurde es rutschig. Wurzeln, Steine, alles eine erhöhte Gefahr. Zudem wurde der Weg immer schmaler. Gegenverkehr. Es wurde brenzlig. Doch irgendwie schafften wir es. Völlig erschöpft erklomm ich den Bergkamm. Der Blick hinüber war ernüchternd. Schrecksee? Nicht in Sicht. Stattdessen schob ich mich vorbei an einer Herde Kühen. Gleich hinter der nächsten Ecke ist er bestimmt. Wieder nichts. Die Verzweiflung stand mir ins Gesicht geschrieben, als ich wieder eine Anhöhe erblickte. Das durfte doch nicht wahr sein. Fluchend berappte ich die letzten Meter auch noch.

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Der schönste Bergsee in Deutschland – Lohnt es sich?

Ja, ja und nochmals ja. Nicht umsonst trägt er den Titel „Der schönste Bergsee in Deutschland“. Ich staunte, ich genoss und verliebte mich in dieses Kleinod auf 1813 Höhenmetern. Als ich die letzten Meter bergauf geschafft hatte strahlte ich wie ein Honigkuchenpferd. Türkisfarbenes klares Wasser lässt den Schrecksee unwirklich aussehen, wie gemalt in einem Bilderbuch. Umgeben ist er von einer atemberaubenden Bergkulisse. Ich setzte mich ans Ufer, zog meine verschwitzten Socken aus und ließ meine Füße im See baumeln. Für genau 3 Sekunden, denn das Wasser ist eiskalt. Eine gelungene Abkühlung war es allemal. Eine Horde Kaulquappen entdeckte ich Schilf, sowie einen Schwarm kleiner Fische. Na und, dann gab es noch ein paar wenige mutige, die ein kühles Bad im Schrecksee nahmen. In der Mitte des Sees thront eine kleine Insel.

Der schönste Bergsee Deutschlands

Stundenlang hätte ich dieses Bergpanorama aussaugen können, wäre da nicht der Abstieg gewesen, welcher mir nochmals alles abverlangte. Meine Knie schmerzten bereits nach wenigen Metern bergab. Über die hügeligen Wiesen bahnte ich mir meinen Weg vorbei an Kühen, die mich ansahen, als wäre ich vor einem anderen Stern. Schnell die Kamera gezückt. Ein, zwei Fotos waren im Kasten da stolperte ich und landete auf meinem Hintern. Die Kuh sah mich immer noch fixierend an. Schnell aufgestanden und davongelaufen. Das muss lustig ausgesehen haben. Ob der Rückweg weniger anstrengend war? Nein. Ich musste ordentlich auf die Zähne beißen. Auf selber Strecke ging es wieder hinunter zum Ausgangspunkt. Ich konnte nicht mehr, war körperlich am Ende. Die Wanderung zum Schrecksee war kein Zuckerschlecken. Entkräftet durchstoß ich das Tor, ließ mich auf den Boden nieder, streckte die Beine aus, war erschöpft, aber happy. Der schönste Bergsee in Deutschland hatte mich verzaubert.

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Unsere Route auf einen Blick – Wanderung zum Schrecksee:

Parken: Parkplatz „Auf der Höh“ in Hinterstein

Start und Ziel: E-Werk Auele

Strecke: 16,6 km

Dauer: 6 ½ Std.

Schwierigkeit: Mittelschwer

Höhenmeter: 1166 hm

Einkehrmöglichkeit: Keine

Die Route ist sehr gut ausgeschildert!

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