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Ich war während meiner Rundreise durch Kambodscha dort, an einem der schrecklichsten Orte, die ich je besucht habe. Das Tuol Sleng Genozid Museum ist nichts für schwache Nerven. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Dieser Ort könnte abscheulicher nicht sein und gehört trotzdem zur Geschichte Kambodschas.

Das Tuol Sleng Genozid Museum

Das Tuol Sleng Genozid Museum ist das frühere Gefängnis S-21 ( Security office 21 ) der roten Khmer. Es dient der Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen während des Genozids in den Jahren 1975 und 1979.

Als zentraler Ort diente es einem landesweiten Verhör – und Inhaftierungssystem. Vor allem wurden hier unter strikter Geheimhaltung Inhaftierte unter Folter befragt und anschließend als politische Feine hingerichtet. Das Gefängnis wurde auf einem Schulgelände umgebaut. In ehemaligen Klassenzimmern fanden nunmehr Verhöre statt oder wurden als Zellen genutzt.

Regeln und Vorschriften

Jeder Häftling wurde bei Ankunft fotografiert und musste seine komplette Biografie darlegen. Eingepfercht in Zellen mussten sie Fuß an Kopf schlafen, um Kommunikation unter den Häftlingen zu unterbinden. Das war strikt untersagt.

Jeden Morgen wurden die Zellen und Häftlinge durchsucht. Man wollte verhindern, dass jemand Selbstmord begeht.

Folter bis zum Tod

Unter bestialischen Foltermethoden wurden die Menschen zu Geständnissen gezwungen. Wenn sie währen der Folter noch nicht verstorben waren, wurden sie anschließend zu ihrer Hinrichtung gebracht. Oft mussten sie sich ihr Grab vorher noch selber schaufeln. Die Hinrichtungen fanden zuerst in der Nähe statt, später aber dann auf den sogenannten Killing Fields ein paar Kilometer entfernt. Auch diese kann man besuchen.

Vor Ort im Museum

Das Museum kann täglich zwischen 8 – 17 Uhr besucht werden. Es werden auch Führungen und Audioguides angeboten.  Es ist ein Besuch, den man nie vergessen wird, der unter die Haut geht und mir noch heute Tränen in die Augen schiessen lässt.

Man kann die Zellen besichtigen, in denen die Menschen gefoltert wurden und man erfährt vor allem auch wie die Häftlinge gequält wurden. Außerdem hängen dort auch Fotos aus von den Menschen, als sie inhaftiert wurden und nachdem sie tot waren. 

Besondere Orte

Auf dem Gelände gibt es mehrere besondere Orte wie z.B. die 14 weißen Gräber. Hier liegen die letzten 14 Menschen begraben, die bei der Befreiung in S-21 tot aufgefunden wurden.

Der weiße Lotusraum lädt zum Nachdenken ein. Die Lotusblüte ist in der kambodschanischen Kultur ein Zeichen des Friedens. Zu traditioneller Musik kann man hier auf Sitzkissen in einer ruhigen und friedlichen Atmosphäre den Besuch reflektieren oder meditieren.

Überlebende

Am Ende der Herrschaft der Roten Khmer fand man nur 4 überlebende Kinder und 8 Erwachsene vor. 2016 waren nur noch 4 der 12 Zeugen am Leben. 

Ich kann meine Gefühle nicht in Worte fassen. Wenn man das Gefängnis verlässt, sitzt manchmal einer der Überlebenden dort, um die Autobiografie zu verkaufen. Wie schlimm muss es für einen Überlebenden sein, täglich an diesen schrecklichen Ort zurückzukehren, um Geld mit den schlimmen Erlebnissen zu verdienen.

Alle detaillierten Infos zu der Geschichte und rund um den Besuch findet ihr auf der offiziellen Website.

Bitte beachtet auch unbedingt aus Zeichen des Respektes auf die Kleiderordnung.