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Je länger du fotografierst, desto besser wird dein Blick für Motive. Warum ist aber das richtige Motiv so wichtig und wie kann ich meinen fotografischen Blick schulen?

Die Wirkung eines Fotos

Nimm dir eine Zeitschrift, ein Buch oder Google einen Begriff und schaue dir die Fotos dazu an. Was siehst du? Was will dir das Foto sagen? Was löst es für eine Stimmung in dir aus? Weckt es in dir Gefühle? Positive oder negative? Oder findest du das Foto überhaupt nicht ansprechend?

Diese Übung zeigt dir, wie ein Foto wirkt. Oft ist einem das nämlich gar nicht bewusst. Schaffe also ein aktives Bewusstsein für die Wirkung von Bildern. 

Übung: Was willst du zukünftig fotografieren? Nehme 10 Bilder aus dem Genre, was dich interessiert und analysiere diese nach den oben genannten Fragen. Wie viele von den 10 Bildern findest du ansprechend und wie viele nicht?

Lege die, die dich nicht ansprechen zur Seite und konzentriere dich auf die, die du gut findest.

Ich mache diese Übung ständig. Egal wo ich gerade bin, beim Arzt im Wartezimmer, wenn ich durch die Zeitschriften blättere oder auf Instagram stöbere.

Warum das richtige Motiv so wichtig ist

Nach der obigen Übung kannst du dir die Frage selbst beantworten. Nehme die 10 Fotos, die dir gar nicht gefallen habe und schreibe auf, was genau du nicht ansprechend findest. Sind es dir zu grelle Farben? Ist auf dem Bild zu viel los? Du weißt nicht, was das Foto dir sagen möchte? 

Genau deswegen ist das richtige Motiv so wichtig, denn jedes Foto hat auch eine Botschaft. Und gerade deswegen solltest du dich auf ein Motiv pro Bild konzentrieren.

Ein Motiv pro Bild

Stelle dir zuerst die Frage, was will ich mit meinem Foto ausdrücken? Welches Motiv eignet sich dafür? 

Dieses Foto ist auf Island entstanden. Ich wollte eine mystische und geheimnisvolle Stimmung erzeugen und die Aufmerksamkeit eindeutig auf die Fischer im Boot lenken. Im Hintergrund siehst du noch einen Teil der Landschaft. Der Betrachter ist sofort mit seinem Blick auf dem Hauptmotiv, nämlich dem Boot und wird nicht durch unruhige Elemente z.B. im Hintergrund abgelenkt.

Übung: Sehe dich in deiner Wohnung um. Gehe in einen Bereich, z.B in ein Zimmer. Mache deiner Kamera startklar und stelle dir einen Timer auf 30 Minuten. Finde in den 30 Minuten 15 Motive, die du fotografierst. Überlege dir genau, aus welcher Perspektive du fotografierst, was im Hintergrund ist und wie du den Gegenstand in Szene setzen kannst. Pro Motiv machst du nur ein einziges Foto. Im Anschluss analysierst du deine Bilder und stellst dir wieder die Fragen vom Anfang.

Der fotografische Blick

Die Übung mache ich heute noch sehr oft. Damit schulst du auch richtig gut deinen fotografischen Blick. Mit der Zeit bekommst du ein Gespür dafür, was sich lohnt zu fotografieren. Gerade auf Reisen muss es häufig schnell gehen um bestimmt Situationen einzufangen.

Nehme deine Umwelt bewusst wahr

Motive findest du überall. Zu Hause, im Garten, Urlaub, ganz egal wo du bist, die Motive liegen dir zu Füßen. Du musst sie nur erkennen.

Übung: Eine weitere Übung, um deinen fotografischen Blick zu schulen. Beim nächsten Gang zum Bäcker oder wo immer du hin gehst, schaust du dich ganz bewusst um. Halte deine Augen immer und immer wieder nach Motiven offen. Nehme deine Kamera mit und mach einfach ein paar Schnappschüsse von Dingen, die dir unterwegs begegnen. Beachte aber wieder, nur ein Motiv pro Bild.

Übung macht den Meister

Es ist tatsächlich so. Kein Fotograf der Welt war plötzlich von jetzt auf gleich ein super Fotograf. Habe Geduld und gib nicht so schnell auf. Mit der Zeit hast du dein Bewusstsein so geschult, dass du deinen fotografischen Blick ganz automatisch einsetzt. Du wirst erstaunt sein, was du plötzlich alles für tolle Motive finden wirst.

Und jetzt viel Spaß beim:  Üben üben üben.